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Leseproben:

… Fred konnte nichts dagegen unternehmen, dass diese Gedanken wieder durch seinen Kopf schwirrten. Er schlenderte gemütlich durch seine niederrheinische Heimatstadt und betrat sein Lieblingscafé Hoffmanns, das sich mitten in der Stadt befand. Es war ein kleines, aber sehr gemütliches Café, das in der Stadt, obwohl es erst vor einigen Monaten seine Türen geöffnet hatte, sowohl bei jungen Leuten, als auch beim ,,gesetzten Publikum“, guten Anklang fand. Hier traf man sich gerne, plauderte miteinander über  ,, Hinz und Kunz“, oder was sonst alles in der Stadt und in der Welt so passierte. An den kleinen Tischen saßen die Leute in gemütlichen Sesseln, auf nostalgischen Stühlen, auf der einen  oder anderen alten Couch, deren Federkerne fast den Geist aufgaben.

Es war gerade erst eine Woche her, dass Fred seine, wie er selbst immer wieder betont, wirklich letzte Haftstrafe verbüßt, das Gefängnis verlassen hatte und endlich die frische Luft der Freiheit genießen konnte. Einfacher gesagt, als getan. Ein Taxi, welches die Leitung der Strafanstalt für Fred am Entlassungstag bestellt hatte, hielt am Eingangs-, oder sollte ich jetzt lieber Ausgangstor sagen, an. Die wenigen Habseligkeiten von Fred waren in einem alten Koffer verstaut, wobei der Name Koffer bereits vor vielen Jahren seine Gültigkeit verloren hatte. An sämtlichen Stellen war er mit Klebeband befestigt und fiel trotzdem fast auseinander. Aber, was wollte Fred auch tun? Noch einmal musste er herhalten und dann reichte es aber auch

 Das Taxi hielt an. Es war ein alter Mercedes, der bereits über dreihunderttausend Kilometer auf dem Tacho anzeigte. Der Taxifahrer stieg aus, grüßte Fred sehr freundlich, nahm den alten Koffer und verstaute ihn im Kofferraum.>>Es wird wirklich allerhöchste Zeit, dass ich mir in nächster Zeit als erstes etwas Neues zum Anziehen kaufe<<, dachte sich Fred, als er sich so von oben nach unten anschaute und ins Taxi stieg. >>Ich werde mich wieder anständig kleiden. Mein Aussehen entsprechend pflegen und so hoffentlich einen guten Eindruck bei den Leuten hinterlassen<<, dachte er sich. Ein neuer Job wäre auch nicht schlecht

Die Zeit verging wie im Flug. Renate und Fred sprachen über vieles, aber auch Belangloses, wie es so schön heißt. Das Thema Knast und Kriminelles war Tabu, das hatte Fred als Bedingung für den gemütlichen Nachmittag im Hoffmanns vereinbart. Und so saßen sie schon eine Weile gemütlich beieinander, als sich zum xten Mal die Tür öffnete und eine nette junge Dame, so um die Mitte- bis Ende dreißig Jahre alt das Cafe`betrat.

Fred hatte immer wieder, wenn sich die Tür öffnete geschaut, wer denn da hineinspazierte. Es könnte ja einmal eine nette Frau sein, die ihn interessiert. Über kurz oder lang und das hatte er sich vorgenommen, war er schon an einer Beziehung interessiert. Es dauert halt eine gewisse Zeit, ehe man sich wieder an die Freiheit gewöhnt hat und etwas offener wird. Nach den vielen Jahren im Gefängnis war das auch eine weitere Herausforderung, die sich Fred stellen musste. Aber vor allen Dingen wollte er versuchen, die Scheu etwas zu verdrängen und eine nette Dame einfach anzusprechen.  Vorstellungen, wie sie aussah, hat Fred genug im Kopf.

So nickten sie auf die Frage des Notfallarztes nur mit dem Kopf und der Arzt war zuerst einmal zufrieden. Er legte bei Betty und Christian vorsichtig jeweils eine Halskrause an und war gleichzeitig froh, dass die Kinder auf gewisse Tests überhaupt reagierten.>>Bringt sie in die das Elisabethkrankenhaus<<, bemerkte ein weiterer Arzt zu den Sanitätern der beiden Krankenwagen. >>Das Elisabethkrankenhaus hat auch eine Kinderchirurgie. Dort sind sie am besten aufgehoben.<< Vorsichtig hoben sie die beiden, zuerst Betty und dann Christian auf eine Krankenliege und schoben diese in den Krankenwagen

>>Sie möchten also bei uns im Büro anfangen, Fred.<< >> Ja, das wäre großartig.<< >>Ich spreche ganz offen mit Ihnen Herr Kamphausen. Aus meinen Unterlagen ist natürlich zu erkennen, dass ich bereits viele Jahre im Gefängnis verbracht habe. Das kann und werde ich nicht einfach ,,wegwischen“ können. Dort habe ich einige Jahre in der Verwaltung gearbeitet und wie ich meine und mir auch bescheinigt wurde, alles zur besten Zufriedenheit erledigt habe.<<>>Ja, das habe ich gelesen und mir gedacht: Warum sollte ich nicht jemandem wie Ihnen eine zweite Chance geben

>>Was darf ich Ihnen auf der Reise nach Deutschland später zum Essen servieren?<<, fragte eine freundliche, dunkelhaarige Stewardess, der man ansehen konnte, dass dieser Beruf für sie wie auf den Leib geschnitten war. Ihre sehr angenehme und zuvorkommende Art mit den Passagieren umzugehen, war Fred von Anfang an aufgefallen>>Ich biete Ihnen drei verschiedene Hauptspeisen an. Sie  holte sehr weit aus, um über das jeweilige Essen zu philosophieren. Nachdem die Stewardess alles liebevoll aufgezählt und vermerkt hatte, was Frau Tillmann und Fred gerne essen möchten, widmete sie sich mit der gleichen Freundlichkeit  dem nächsten Gast. Frau Tillmann schmunzelte nur und sagte zu Fred:>> Ich hätte es schneller und in einem Satz gesagt: Fisch , Fleisch, oder Vegetarisch. <<Fred musste über diese Äußerungen sehr lachen und Frau Tillmann kniff ihm ein Auge. >>Ja<<, sagte sie, >>so ist das heute, die meisten Leute legen großen Wert auf Etikette. Mir ist es sachlich und einfacher lieber.<<>>Mir natürlich auch, entgegnete Fred, der noch hinzufügte, dass er diese Art der Essenspräsentation noch nie erlebt habe.